Ökumenische Kollekte 2013: Gastfreundschaft, Reis-Gries und jede Menge Engagement

von links nach rechts: Vertrauensmann KV Marc Fuhrmann, Pfarrer Jan Peter Hanstein, Maruschka Hoffmann, Pfarrer Bernd Steigerwald, Helmuth Römpp, Sieglinde Schraut, Norbert BummAm Sonntag, 20.01.2014 besuchten Vertreter des Pfarrgemeinderates und des Kirchenvorstandes Rödelsee mit den beiden Pfarrer Hanstein und Steigerwald Vertreter des Arbeitskreises Asyl die Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber in Kleinlangheim. Derzeit leben  in den drei Häusern 72 Personen aus Pakistan, Russland und dem Iran. 

Bei unserer Ankunft wurden wir von den Vertretern des Arbeitskreises Asyl, Frau Hofmann, Frau Schraut und Herrn Römpp begrüßt. Sie betreuen ehrenamtlich die Menschen, die aus ihrem Heimatland geflohen sind und nun darauf warten müssen, dass sie die Anerkennung als Asylbewerber bekommen. Danach haben sie drei Jahre Zeit um ausreichend Deutsch zu lernen und eine Arbeit zu finden. Gelingt ihnen das nicht, droht erneut die Abschiebung.

Nach der Scheckübergabe, € 2000, die für Sprachkurse und ganz alltägliche Dinge benötigt werden, besuchten wir die Familien. Alle begegneten uns sehr freundlich. Ich habe mich gefragt, wie würde ich reagieren, wenn 7 wildfremde und 3 bekannte Personen sich bei mir zu Besuch anmelden um zu sehen, wie ich lebe, was mich hierher geführt hat, etc. Oder, wie würden Sie reagieren?

Nachdem wir die Familien besucht hatten, wurden wir von einer Familie aus Pakistan eingeladen. Sie hatten Reis-Gries, eine typisch pakistanische für uns alle zubereitet. Gastfreundschaft - ganz praktisch erlebt.

Frau Hofmann erklärte uns, dass es im Moment noch so ist, dass Asylbewerber ein Lebensmittelpaket bekommen. Also nichts mit „mal schnell einkaufen, worauf ich Hunger habe, was ich kenne und mag". Dies ändert sich aber ab Februar. Weiter berichtet Frau Hofmann, dass alles (außer der Küche) Spenden sind. Und auf Spenden sind sie auch weiterhin angewiesen, um die Wohnungen zumindest halbwegs freundlich einzurichten. Denn hier halten sich alle lange Zeit auf. Arbeiten darf nur, wer mindestens 9 Monate in Deutschland ist und einen entsprechenden Eintrag in seiner Duldungsurkunde hat. Aber bevor ein Asylbewerber einen Arbeitsplatz bekommt, bekommt ihn erst ein Deutscher, ein Europäer oder ein Hartz-IV Empfänger.

Sie sehen, für alles gibt es strenge Regelungen. Deshalb verbringen die Freiwilligen vom Arbeitskreis Asyl viel Zeit damit, diese Regelungen zu erklären, bei Behördenbesuche zu helfen, Formulare auszufüllen, Termine bei Ämtern und Ärzten zu vereinbaren und zu begleiten, Kinder in der Schule oder dem Kindergarten anzumelden, die nötigen Versicherungen abzuschließen, ein Konto zu eröffnen, usw.

Was in den Gemeinschaftsunterkünften immer benötigt wird, sind Handtücher, Bettwäsche, Geschirr, Teppiche (viele Familien kommen aus Ländern, in denen es üblich ist, die Schuhe vor der Wohnungstüre auszuziehen) sowie im Moment 2 digitale Receiver.

Sollten Sie diese Dinge in einem sehr guten Zustand übrig haben, melden Sie sich bitte gerne bei Frau Maruschka Hofmann 0151-25512380

Wir konnten uns vor Ort davon überzeugen, dass die Ökumenische Kollekte 2013 hier sehr sinnvoll eingesetzt wird. Frau Hofmann und der Arbeitskreis Asyl bedanken sich herzlich und waren erstaunt über die Höhe der Kollekte.